Nach der bereits vor einigen Jahren erfolgten Innensanierung strahlt nun auch die Fassade der Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Rengersbrunn in neuem Glanz. Am Mittwoch wurden der Abschluss der Sanierung mit einem feierlichen Gottesdienst in der voll besetzten Kirche gefeiert und gleichzeitig das Wallfahrtsjahr eröffnet.
Neben örtlichen Kirchenleuten um Pfarrer Edward Zarosa war auch der emeritierte Domkapitular und ehemalige Leiter des Kunstreferats der Diözese Würzburg, Jürgen Lenssen, zugegen. Lenssen, von dem das Konzept zur Neugestaltung des Innenraums stammt, nahm als Zelebrant und Festprediger an dem Gottesdienst teil, der musikalisch umrahmt wurde durch den Sankt-Pius-Chor aus Lohr unter der Leitung von Markus Inderwies.
Die Wallfahrtskirche Mariä Geburt habe einen besonderen Charakter, sie berühre die Menschen, sagte Lenssen. Seinen Worten nach ist Rengersbrunn seit 1603 ein regulärer Wallfahrtsort. Ein erster fester Kirchenbau sei 1659 errichtet worden, die heutige Kirche Mariä Geburt 1777.
Die Wallfahrtskirche sei ein Ort, an dem sich Menschen ausrichten, manche Last abschütteln könnten, sagte Lenssen. Wallfahrten blühen seinen Worten nach in jüngster Zeit auf, trotz zunehmender Kirchenaustritte und vermehrter Zweifel an den Glaubensaussagen der Kirche.

Bei der Neukonzeption des Innenraums vor einigen Jahren sei es ihm darum gegangen, den Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, einen Ort mit einer besonderen Ausstrahlung, einen heiligen Ort zu verleihen. Das mitten im Wald gelegene Rengersbrunn sei solch ein heiliger Ort, ein marianischer Ort. Die Gottesmutter Maria mische sich ein, um Menschen zu helfen.

Im Zuge der Segnung der renovierten Kirche bat Lenssen Gott darum, "dass die Gläubigen hier deine Nähe spüren und deine Liebe erfahren". Den anschließenden Stehempfang untermalte musikalisch die Blaskapelle Wohnrod.
Die Außenrenovierung der Wallfahrtskirche Mariä Geburt war ursprünglich mit 325.000 Euro veranschlagt. Da sich jedoch herausstellte, dass der Putz nicht einfach nur ausgebessert werden konnte, sondern großflächig abgetragen und erneuert werden musste, verteuerte sich die Sache auf gut 400.000 Euro. Davon trägt den Löwenanteil das Bistum Würzburg, die Gemeinde Fellen, zu der Rengersbrunn gehört, übernimmt 55.000 Euro.
Neben dem Putz wurden im Zuge der Außenrenovierung Schäden am Mauerwerk ausgebessert, die Schallläden des Glockenturms erneuert und der Glockenstuhl ausgebessert. Ferner bekam das Geläut eine neue elektronische Steuerung und auch im Treppenaufgang des Turms wurden Schäden behoben. Zudem wurden das Uhrwerk der Turmuhr überholt und das Zifferblatt renoviert. Auch eine neue Blitzschutzanlage bekam die Wallfahrtskirche.

