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Bad Königshofen: Was bringt Menschen das 49-Euro-Ticket? Ernüchternde Einblicke in die Schwächen des ÖPNV im Landkreis Rhön-Grabfeld.

Bad Königshofen

Was bringt Menschen das 49-Euro-Ticket? Ernüchternde Einblicke in die Schwächen des ÖPNV im Landkreis Rhön-Grabfeld.

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    Was bringt Ihnen ein 49-Euro-Ticket? Wir fragten (von links) Felix Döring, André Haag, Dietmar Hepp, Ursula Barthelmes, Bianca Just und Mara Israelyan.
    Was bringt Ihnen ein 49-Euro-Ticket? Wir fragten (von links) Felix Döring, André Haag, Dietmar Hepp, Ursula Barthelmes, Bianca Just und Mara Israelyan. Foto: Regina Vossenkaul

    Die bundesweite Flatrate-Fahrkarte für 49 Euro pro Monat wird immer wahrscheinlicher, ab Januar 2023 soll der Nachfolger des 9-Euro-Tickets erhältlich sein, wenn letzte Fragen geklärt sind. In einer Zufallsumfrage zum Thema "Würden sie das 49-Euro-Ticket kaufen und nutzen, wenn es eingeführt wird?" waren sich alle Befragten einig: Die Stadtbevölkerung profitiert davon mehr als die Landbevölkerung, außerdem muss der ÖPNV verbessert werden, wenn die Menschen vom Auto auf klimafreundlichere öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollen.

    André Haag: In der Großstadt braucht man kein Auto, wir sind darauf angewiesen

    André Haag
    André Haag Foto: Regina Vossenkaul

    Für André Haag aus Saal würde sich der Kauf nicht lohnen. "Wenn nur drei Busse täglich über die Dörfer fahren, ist es schon schwer, ohne eigenes Auto zur nächsten Bahnstation zu kommen. Das Ticket ist mehr für die Stadtmenschen gedacht, wir auf dem Land können es kaum nutzen. In der Großstadt braucht man kein Auto, wir sind darauf angewiesen. Wenn schon mal ein Bus fährt, dann oft zu Zeiten, die man nicht braucht. Das Ticket lohnt sich vielleicht für Schüler und Studenten ohne eigenes Auto."

    Mara Israelyan: "Wenn ich jemand wäre, der viel hin- und herfährt, würde ich das auf jeden Fall nutzen."

    Mara Israelyan
    Mara Israelyan Foto: Regina Vossenkaul

    Mara Israelyan aus Bad Königshofen hält 49 Euro für den perfekten Preis für das Allroundticket. "Wenn ich jemand wäre, der viel hin- und herfährt, würde ich das auf jeden Fall nutzen. Man muss sich ausrechnen, wie oft und für welche Fahrkosten man unterwegs sein will und es genau abwägen. Meine Tochter fährt jedes zweite Wochenende mit ihrer Freundin nach Schweinfurt, das kostet schon gemeinsam 34 Euro Fahrgeld über das Bayernticket für einen Tag. Grundsätzlich finde ich das 49-Euro-Ticket gut, das ist für Pendler oder unsere Musikschüler, die mal nach Hause fahren, eine finanzielle Erleichterung."

    Bianca Just: "Grundsätzlich finde ich das Ticket gut, vielleicht kann ich es einmal nutzen, wenn die Kinder größer sind."

    Bianca Just
    Bianca Just Foto: Regina Vossenkaul

    Bianca Just aus Ostheim v. d. Rhön hält Bahnfahrten mit zwei kleinen Kindern und Gepäck für illusorisch. "Wenn ich allein wäre, könnte ich das Ticket nutzen, aber jetzt ist das nicht möglich. Das Gepäck mit dem Paketdienst vorher abschicken, bedeutet zusätzliche Kosten. Meine Schwester wohnt in München und besitzt kein Auto, sie hat eine Monatskarte – ich weiß nicht, was preiswerter wäre. Grundsätzlich finde ich das Ticket gut, vielleicht kann ich es einmal nutzen, wenn die Kinder größer sind."

    Felix Döring: "Ich wäre für ein 29-Euro-Ticket im eigenen Bundesland und für 69 Euro bundesweit."

    Felix Döring
    Felix Döring Foto: Regina Vossenkaul

    Felix Döring aus Dresden, gerade zu Besuch im Grabfeld, würde sich genau ausrechnen, ob er mit dem Ticket Geld spart. "Wenn ich viel unterwegs bin, würde sich das lohnen. Zu Hause mache ich viele Wege zu Fuß, Dresden ist ja nicht so groß. Das 9-Euro-Ticket habe ich genutzt. Ich wäre für ein 29-Euro-Ticket im eigenen Bundesland und für 69 Euro bundesweit. Grundsätzlich ist das Ticket eine vereinfachende Sache, denn es gibt so viele Tarifgebiete. Die Einführung wäre gut zu handhaben, leicht verständlich und bürgernah."

    Ursula Barthelmes: "Insgesamt finde ich Bahnfahren schon gemütlich. Man lernt auch immer wieder neue Leute kennen, wenn sie nicht dauernd auf ihr Handy gucken."

    Ursula Barthelmes
    Ursula Barthelmes Foto: Regina Vossenkaul

    Ursula Barthelmes aus Großbardorf würde das Ticket nicht nutzen, weil die hiesige Infrastruktur nicht darauf ausgerichtet ist. "Man muss erst mal ohne Auto zum nächsten Bahnhof kommen. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man eine Fahrkarte für Bus, Bahn und Straßenbahn nutzen kann. Ein Ticket für alles ist schon benutzerfreundlich. Ich habe das ausprobiert und bin mit dem 9-Euro-Ticket einmal nach Darmstadt gefahren, das war eine besondere Erfahrung – drei Stunden mit dem Regionalzug. Insgesamt finde ich Bahnfahren schon gemütlich. Man lernt auch immer wieder neue Leute kennen, wenn sie nicht dauernd auf ihr Handy gucken."

    Dietmar Hepp: "Beruflich brächte es mir gar nichts, weil zu der Zeit, zu der ich zur Arbeit muss, morgens um fünf Uhr, noch kein Bus fährt."

    Dietmar Hepp
    Dietmar Hepp Foto: Regina Vossenkaul

    Für Dietmar Hepp aus Sulzfeld bringt das 49-Euro-Ticket keine Vorteile. "Beruflich brächte es mir gar nichts, weil zu der Zeit, zu der ich zur Arbeit muss, morgens um fünf Uhr, noch kein Bus fährt. Ich muss nach Bad Neustadt und müsste deshalb erst nach Bad Königshofen fahren und dort umsteigen, das war schon zu Berufsschulzeiten stressig. In meiner Freizeit könnte ich das Ticket nutzen, aber ich kenne mich mit den Bahnverbindungen nicht aus. Außerdem hört man dauernd von überfüllten Zügen und Verspätungen. Bekannte von mir wohnen in Aschaffenburg, die könnten das Ticket gut nutzen. In der Stadt motiviert es sicher, das eigene Auto mal stehen zu lassen."

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