War das ein Fest! Trotz Schneetreibens, das am Morgen einsetzte, war die Rhöner Maskenfastnacht in ihrem zehnten Jahr nach der Gründung mit ihren handgeschnitzten Holzmasken und ureigenen Kostümierungen ein Höhepunkt im Fastnachtsjahr. Auf Einladung des Marktes Oberelsbach kamen Tausende von Besuchern nach Oberelsbach und boten gemeinsam ein einzigartiges Bild, voll von Tradition und närrischem Frohsinn.
Schon lange vor dem offiziellen Beginn kam die Fahrzeugkarawane aus allen Ecken Deutschlands nach Oberelsbach gerollt. Währenddessen bereiteten sich die Faschingsnarren bereits auf den großen Auftritt beim Maskenzug vor. Über 40 Strohmänner, von Groß bis Klein, machten sich daran, ihre alten Overalls und weiten Hosen in der Faschingshalle mit Kornstroh auszustopfen. Auf dem Kopf tragen die Strohmänner einen wie eine Zipfelmütze getragenen Kartoffelsack und die Maske mit dem großen schwarzen gewirbelten oder spitzgedrehten Schnurrbart. Sie bildeten den Abschluss des Maskenzugs durch Oberelsbach.

Weiße Hosen, blaue Kittel und ein mit Buchs geschmückter Hut
Auch die Ginolfser Jüde, darunter auch einige der jüngsten Vertreter der Zunft und in sehr großer Zahl vertreten, hatten schon bei den Vorbereitungen auf dem Marktplatz mächtig viel Spaß. Schätzungsweise über 40 Jüden, inklusive "Goas", schüttelten beim Festzug die Besucher. Ihre weißen Hosen, ihr Halstuch, ihr blauer Kittel und der mit bunten Papierbändern und grünem Buchs geschmückte Hut machte etwas her. Sogar die Weisbacher Musikanten trugen ihr "Jüd-Kostüm" zum Musikspielen. Große Freude sah man auch den sieben Unterelsbacher "Fosenöchtern", wohl die Zunft mit den edelsten Gewändern, bei ihrem Auftritt im Maskenzug an.

Bürgermeister Björn Denner strahlte, als er die Hunderte von Masken, die diesmal zweimal in der Marktstraße am Marktplatz vorbeiliefen, begrüßen durfte. "Da geht mir das Herz auf!", sagte er. "So viele aktive Fosenöchter, Junge und Junggebliebene, die sich aus austauschen, kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen und die schöne Tradition der Rhöner Masken hochhalten."
Die Obersinner "Brönnbarchfratze" und der "Näudöffer Köalstiel"
Eine Augenweide waren auch die maskierten Gäste, die eigens hierfür nach Oberelsbach gekommen waren, wie die Obersinner "Brönnbarchfratze", der "Näudöffer Köalstiel" und die "Rienigger Uwerzüch". Ganz spontan hatten noch die "Günterschläwener Säubirle" zugesagt. Dazu drei toll verkleidete Maskenkapellen, der Musikverein Oberelsbach, die Weisbacher Musikanten und die Kolpingkapelle Schönau.

Die Besonderheit des jahrhundertealten Brauchs machten sich diesmal auch die Vertreter der Oberelsbacher Partnerstadt Pompadour zu eigen und waren im Rahmen des Programms des deutsch-französischen Bürgerfonds nach Oberelsbach gereist. "Anderswo liegen die Masken verstaut, verstaubt und vergessen in einer Kiste auf dem Dachboden. Bei uns haben sie einen festen Platz in der Familiengeschichte", betonte Bürgermeister Denner in seiner Ansprache.

Rahmenprogramm mit einer Ausstellung über Rhöner Masken
Ein buntes Rahmenprogramm, darunter die LEADER-Ausstellung zu den Rhöner Masken im Valentin-Rathgeber-Haus, die Sonderausstellung im "Haus der Langen Rhön" oder ein Kinderprogramm mit den Kindergärten aus Oberelsbach und Unterelsbach, dazu regionale Gerichte, machten das Rahmenprogramm perfekt.


Der erste Fastnachtsorden, selbstverständlich aus dem Stamm des Oberelsbacher Narrenbaums geschmückt, war da das Tüpfelchen auf dem i. Noch einmal eins drauf setzte wenig später noch Fredi Breunig mit seiner Fastnachtspredigt, in der er den Obrigkeiten kräftig die Leviten las. In Oberelsbach lebt die Maskenfastnacht: Und da waren sich alle einig: So soll es auch bleiben.