Die Bürgereraktion Müll und Umwelt setzt sich kritisch mit der geplanten Vergrößerung der Deponie Rothmühle auseinander, die zwischen Geldersheim und Bergrheinfeld am Autobahndreieck Werntal liegt. Als private Einwender haben sich Mitglieder der Bürgerinitiative an der Erörterung zum Planfeststellungsverfahren beteiligt.
Mit der Erweiterung in Richtung Nordosten will der Landkreis Schweinfurt seine Abfallkapazitäten für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen.
Besonders setzte sich die Initiative mit der möglichen Geruchsbelästigung auseinander, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Bereits in der Vergangenheit hat die Bevölkerung von Bergrheinfeld über Geruchsbelästigung geklagt, die hauptsächlich aus der Biomüllvergärung stammt. Mit dem Umbau werde die Landschaft mit einem größeren und breiteren Berg verändert, so die Bürgeraktion. Dies könne veränderte Luftströme und neue Geruchsbelästigung nach sich ziehen. Dazu fordert sie ein entsprechendes Gutachten.
Bürgerinitiative sorgt sich um sauberes Wasser in der Wern
Das Sickerwasser soll den Plänen gemäß in die Wern eingeleitet werden oder, wenn es belastet ist, in die Kläranlage nach Schweinfurt kommen. Die Einwender forderten mehr Klarheit, wie bei Starkregenereignissen verhindert werden kann, dass verschmutztes Wasser in die Wern gelangen kann. Zudem wiesen sie auf Hohlräume im Untergrund hin, die bei Einbrüchen die Deponieabdichtung beschädigen könnten. Ein Gutachter habe dies ausgeschlossen.

Der Bürgeraktion stößt zudem sauer auf, dass – wie bisher schon – auch Abfall aus anderen Regionen aufgenommen werden soll. Der Landkreis, so die Kritik, solle sich auf sein eigenes Gebiet beschränken, weil durch Altlastfunde die Anlieferungsmenge zukünftig drastisch steigen könne.
Erweiterung der Deponie RothmühleZwölf Hektar groß ist das Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle, dessen Deponiebereich um fünf Hektar vergrößert werden soll. Damit wird Platz geschaffen für 1,5 Millionen Kubikmeter Abfall der Deponieklassen 1 (z.B. Erdaushub, Bauschutt, Asbest) und 2 (z.B. Straßenaufbruch, Asche). Zu deren Entsorgung ist der Landkreis Schweinfurt gesetzlich verpflichtet. Jährlich fallen etwa 30.000 Tonnen an. Nach den ursprünglichen Plänen soll der erweiterte Bereich 2024 in Betrieb genommen werden.Neben dem Müll aus dem Landkreis Schweinfurt nimmt die Deponie auch Abfälle aus Stadt und Landkreis Würzburg, Stadt und Landkreis Aschaffenburg, den Kreisen Rhön-Grabfeld und Kitzingen sowie der Stadt Schweinfurt an.An der Rothmühle werden Wertstoffe angenommen und es landet dort auch Biomüll (knapp 7000 Tonnen jährlich), der vergoren wird, um aus dem entstehenden Gas Strom zu erzeugen. Das Restmaterial wird als Kompost vermarktet. Der Hausmüll wird dagegen im Müllheizkraftwerk in Schweinfurt verbrannt.Quellen: Planunterlagen (Regierung von Unterfranken), Landesamt für Umwelt