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Würzburg/Schweinfurt: "Ich steige um auf Elektro": Diese Konsequenzen ziehen 11 Menschen aus Unterfranken aus den hohen Spritpreisen

Würzburg/Schweinfurt

"Ich steige um auf Elektro": Diese Konsequenzen ziehen 11 Menschen aus Unterfranken aus den hohen Spritpreisen

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    Die hohen Spritpreise machen auch den Menschen in Unterfranken zu schaffen: (von links) Jiahong Yuan, Cornelia Laug, Sandra Semmbach und Peter Kaiser.
    Die hohen Spritpreise machen auch den Menschen in Unterfranken zu schaffen: (von links) Jiahong Yuan, Cornelia Laug, Sandra Semmbach und Peter Kaiser. Foto: Silvia Gralla

    Der Ukraine-Krieg treibt die Spritkosten in Rekordhöhen. Laut ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel beispielsweise am Mittwoch bei 2,25 Euro pro Liter. Bei Super E10 waren es 2,159 Euro. Im Vergleich zum Stand vor Beginn des Ukraine-Kriegs ist Diesel damit knapp 59 Cent pro Liter teurer, E10 knapp 41 Cent.

    Viele Autofahrerinnen und Autofahrer können sich die teuren Tankrechnungen kaum noch leisten. Vor allem Pendler, die beruflich auf ihr Auto angewiesen sind, ärgern sich über ihre gestiegenen Ausgaben. Aber wie heftig treffen die hohen Spritpreise die Menschen in der Region? Was fordern sie von der Politik? Und welche Konsequenzen ziehen sie persönlich aus den Preissteigerungen? Wir haben 11 Autofahrerinnen und Fahrer gefragt. Das sind ihre Antworten:

    1. Harald Beier aus Elfershausen: "Wenn die Preise so bleiben, steige ich auf Elektro um"

    Harald Beier, 64 Jahre, technischer Angestellter aus Elfershausen (Lkr. Bad Kissingen).
    Harald Beier, 64 Jahre, technischer Angestellter aus Elfershausen (Lkr. Bad Kissingen). Foto: Silvia Gralla

    "Als Pendler kann ich mich in die anderen hineinversetzen. Die Benzinpreise sind unverhältnismäßig hoch. Ich finde, die Regierung sollte die Mehrwertsteuer und die Mineralölsteuern reduzieren. Es gibt viele Leute, die werden sich das nicht mehr leisten können. Ich persönlich bin gerade nicht betroffen, denn ich bin krankgeschrieben und fahre kaum. Das ändert sich aber wieder. Wenn die Preise so bleiben, steige ich auf Elektro um. Ich habe bereits Photovoltaik auf dem Dach. Dann rechnet sich das."

    2. Cornelia Laug aus Dettelbach: "Meine letzte Tankfüllung war über 120 Euro"

    Cornelia Laug, 36 Jahre, Bürokauffrau aus Dettelbach (Lkr. Kitzingen).
    Cornelia Laug, 36 Jahre, Bürokauffrau aus Dettelbach (Lkr. Kitzingen). Foto: Silvia Gralla

    "Ich pendle täglich von Dettelbach nach Schweinfurt. Meine letzte Tankfüllung war über 120 Euro. Ich werde zweimal im Monat tanken müssen. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht vorhanden bzw. es würde viermal so lange dauern wie mit dem Auto. Privat belastet mich der Preis auch. Wir haben einen Öltank daheim und wenn es nicht bald wärmer wird, sitzen wir trotz Sparsamkeit im Kalten. Ich fürchte auch, dass die Energiepreise noch mehr steigen. Das bedeutet, wir müssen woanders sparen, zum Beispiel an Lebensmitteln und Konsumgütern."

    3. Jesko Tanke aus Schweinfurt: "Mit der Bahn komme ich nicht zum Supermarkt"

    Jesko Tanke, Ingenieur aus Schweinfurt.
    Jesko Tanke, Ingenieur aus Schweinfurt. Foto: Silvia Gralla

    "Ich muss nur im Ort pendeln. Natürlich merke ich die hohen Spritpreise, wenn ich meine weiter entfernte Familie besuchen will. Aber eigentlich weiß ich schon länger, dass die Preise aus Umweltgründen steigen müssen. Es ist eben wie es ist. Ich fahre schon lange einen sparsamen Diesel. Aber Bahn? Nein, damit komm ich nicht zum Supermarkt. Die Preise politisch auf das alte Niveau zu drücken, ist keine Lösung. Dann kaufen die Leute weiterhin Geländeautos und tun so, als wäre nichts passiert. Das würde nichts besser machen, denn dann bleibt alles beim Alten."

    4. Peter Kaiser aus Würzburg: "Ich bin vom Auto auf den Roller umgestiegen"

    Peter Kaiser, 69 Jahre, Rentner aus Würzburg.
    Peter Kaiser, 69 Jahre, Rentner aus Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    "Mich persönlich trifft es nicht, aber die Wirtschaft leidet darunter, hauptsächlich auch die Pendler. Andere Länder schaffen es, etwas dagegen zu tun. Sie setzen unter anderem die Benzinsteuer runter. Und unser schlauer Finanzminister in Deutschland macht nichts. Von der Politik kommt keine Lösung. Das Ende des Krieges wäre für mich die beste Lösung. Ich persönlich bin vom Auto auf den Roller umgestiegen. Das ist günstiger und für mich reicht es."

    5. Sandra Semmbach aus Schweinfurt: "Ich fahre weiter mit dem Auto, aber spritsparend"

    Sandra Semmbach, 52 Jahre, freiberufliche Museumsführerin aus Schweinfurt.
    Sandra Semmbach, 52 Jahre, freiberufliche Museumsführerin aus Schweinfurt. Foto: Silvia Gralla

    "Der Sprit ist teuer, keine Frage. Ich schlucke auch ein wenig, wenn ich tanke. Das ist aber unser Teil, den wir beitragen müssen zum Frieden. Auch die erhöhten Kosten für Gas und Strom kommen auf uns zu aufgrund der Faktenlage, die man nicht leugnen kann. Wir wollen den Krieg nicht unterstützen, aber wollen gleichzeitig preiswerte Rohstoffe aus Russland? So funktioniert das nicht. Ich fahre zwar weiter mit dem Auto, aber spritsparend. Gerade auf der Autobahn fahre ich langsamer."

    6. Jiahong Yuan aus Würzburg: "Wir haben geplant, künftig Fahrgemeinschaften zu bilden"

    Jiahong Yuan, 20 Jahre, Student aus Würzburg.
    Jiahong Yuan, 20 Jahre, Student aus Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    "Ich mache zurzeit ein Praktikum im Krankenhaus und da muss ich mit dem Auto hinfahren. Wir haben aber geplant, künftig Fahrgemeinschaften zu bilden. Ich bin nicht glücklich wegen der Preise. Früher habe ich die Deutsche Bahn ausgelacht, dass die so teure Tickets verkaufen, aber mittlerweile muss ich sagen, dass die echt faire Preise machen - gerade auch, wenn man die Tickets rechtzeitig bucht. Ich bin leider nicht optimistisch, dass sich der hohe Spritpreis bald verringert. Aber Herr Lindner hat ja einen Zuschuss versprochen. Das lässt mich andererseits hoffen."

    7. Stefan Traber aus Rheinland-Pfalz: "Privat nutze ich das Auto eben weniger"

    Stefan Traber, 49 Jahre, Kraftfahrer aus Rheinland-Pfalz.
    Stefan Traber, 49 Jahre, Kraftfahrer aus Rheinland-Pfalz. Foto: Silvia Gralla

    "Sprit ist sehr teuer. Teilweise fast 100 Prozent Aufschlag. Es ist übel. Mich macht das richtig sauer. Beim Pkw habe ich über 100 Euro für 40 Liter gezahlt, und mit dem Lkw waren es in Österreich knapp 2000 Euro, wo es vorher nur 1000 Euro waren. Privat nutze ich das Auto eben weniger. Meine Mutter zum Beispiel versucht, mit dem Elektroroller zur Arbeit zu kommen. Nicht sehr erfolgreich. Ich hoffe einfach, dass die Preise runtergehen. Ich kann es aber nicht ändern und muss an anderen Sachen sparen. Was den Lkw betrifft: Ich merke, dass die Parkplätze an den Raststätten leerer sind, also weniger transportiert wird."

    8. Werner Großmann aus Würzburg: "Ich muss weiter fahren, denn ich nutze das Auto beruflich"

    Werner Großmann, Immobilienmakler aus Würzburg.
    Werner Großmann, Immobilienmakler aus Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    "Die Preise sind natürlich viel zu hoch an den Tankstellen. Ich halte es für sinnlos, eine Abgabe zu machen. Stattdessen sollte man die Mehrwertsteuer senken - und zwar sowohl für Heizöl als auch für Benzin. Persönlich muss ich weiter fahren, denn ich nutze das Auto beruflich. Ich fahre weite Strecken und muss auch Überland fahren. Das geht weder mit dem Fahrrad noch mit der Bahn."

    9. Ingeborg Müller aus Erfurt: "Ich werde seltener nach Würzburg kommen"

    Ingeborg Müller, 75 Jahre, Rentnerin aus Erfurt.
    Ingeborg Müller, 75 Jahre, Rentnerin aus Erfurt. Foto: Silvia Gralla

    "Ich bin in Würzburg geboren und wohne seit 60 Jahren woanders, aber komme öfters in meine Heimatstadt zurück. Die Benzinpreise schockieren mich. Als Rentnerin bin ich nicht drauf angewiesen, aber ich plane jetzt anders. Die Reisen sind kürzer bemessen. Normalerweise wären wir heute in den Schwarzwald gefahren, haben uns aber für das kürzere Ziel entschieden. Mehr als 500 Kilometer hin und zurück sind für einen Rentner nicht drin. Mit der Bahn zu fahren, ist für mich zu umständlich, ich müsste lange im Voraus planen, um einen günstigen Tarif zu bekommen. Ansonsten wird es genauso teuer. Ich werde seltener nach Würzburg kommen."

    10. Mehemed Gromilic aus Höchberg: "Ich kann nicht aufs Fahrrad umsteigen"

    Mehemed Gromilic, 29 Jahre, Postbote aus Höchberg (Lkr. Würzburg).
    Mehemed Gromilic, 29 Jahre, Postbote aus Höchberg (Lkr. Würzburg). Foto: Silvia Gralla

    "Die Preise sind zu hoch. Wenn man jeden Tag zur Arbeit fährt, ist das nicht mehr normal, viel zu teuer. Die Arbeitsfahrten muss ich natürlich nicht selber bezahlen, aber alles Private. Ich kann nicht aufs Fahrrad umsteigen, denn ich habe ein kleines Kind, das ich herumfahren muss. Steuern runter, wäre meine Lösung. Wenn es so bleibt, wird alles teurer."

    11. Christian Faber aus Thüringen: "Ich bin stinksauer über die hohen Preise"

    Christian Faber, 56 Jahre, Lkw-Fahrer aus Thüringen, arbeitet für eine Spedition in Kassel.
    Christian Faber, 56 Jahre, Lkw-Fahrer aus Thüringen, arbeitet für eine Spedition in Kassel. Foto: Silvia Gralla

    "Mich betrifft das sehr, denn ich muss von Thüringen nach Kassel zur Arbeit fahren. Außerdem fahre ich Diesel. So bin ich doppelt bestraft. Ich bin stinksauer über die hohen Preise. Die erste Lösung ist, den Krieg zu beenden. Dann werden auch die Ölpreise nach unten gehen. Und die Politik muss zuschießen, mindestens 40 Cent, dass wir wieder unter zwei Euro kommen. Man könnte auch die Steuern runtersetzen. Privat kann ich auch nicht umsteigen, denn ich habe eine gehbehinderte Frau."

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