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Würzburg: ÖPNV: Mit der Seilbahn durch Würzburg?

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ÖPNV: Mit der Seilbahn durch Würzburg?

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    Schweben statt im Stau stehen: Eine Seilbahn für den ÖPNV ist jetzt ein Thema im Würzburger Stadtrat. - Das Bild zeigt die Seilbahn zur Bundesgartenschau 2005 in München.
    Schweben statt im Stau stehen: Eine Seilbahn für den ÖPNV ist jetzt ein Thema im Würzburger Stadtrat. - Das Bild zeigt die Seilbahn zur Bundesgartenschau 2005 in München. Foto: Daniel Karmann, DPA

    Eine Seilbahn in Würzburg - das war bisher immer nur im Zusammenhang mit einem neuen Zugang zur Festung ein Thema. Doch nun könnte die Fortbewegung in der schwebenden Kabine auch eine Idee für den ÖPNV sein. Das meint zumindest CSU-Stadtrat Wolfgang Roth, der sich in einem an OB Christian Schuchardt gerichteten Antrag dafür ausspricht, den Einsatz von Seilbahnen für den Würzburger Nahverkehr von der Verwaltung prüfen zu lassen. Erstmals auf der Tagesordnung steht Roths Antrag am kommenden Dienstag im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss (PUMA). Dort geht es zunächst darum, ob das Thema überhaupt weiterverfolgt wird. 

    "Zwar haben wir aufgrund unserer Straßenbahn einen verhältnismäßig großen Anteil an Elektromobilität, aber der Ausbaugrad bzw. das Angebot ist nicht ausreichend", heißt es in dem Antrag. Der Bau neuer Straßenbahnlinien sei jedoch "zeitaufwendig und mit hohen Kosten verbunden" und außerdem ein großer Eingriff in die bestehende Verkehrsstruktur, so Roth. 

    Trassenverlauf zwischen Ikea und der Festung

    Stattdessen bringt der CSU-Fraktionsvize den Bau einer Seilbahntrasse ins Spiel. Wo die verlaufen könnte? Roth kann sich hier unter anderem eine Entlastung der viel befahrenen Bundesstraße 19 am nordöstlichen Stadteingang vorstellen – in Kombination mit einem Park&Ride-Angebot. "Auf der B 19 in Höhe von Ikea fahren täglich 60 000 Fahrzeuge. Bei einer ÖPNV-Anbindung in Verbindung mit Park&Ride könnten viele davon umsteigen", heißt in dem Antrag. Der Weitertransport müsse dann jedoch in kurzen Takten und ohne Staugefahr erfolgen, um attraktiv zu sein.

    "Eine Seilbahn könnte mit minimalem Platzbedarf und geringeren Kosten gegenüber einer Straßenbahn eine schwebende Alternative sein, die vor allem aufgrund der hohen Taktung Attraktivität verspricht", findet Roth. Als möglichen Trassenverlauf nennt er die Strecke Ikea-Bahnhof/Multifunktionsarena-Nautiland-Festungsrückseite. Sollte eine erste Vorprüfung des Vorschlags positiv ausfallen, solle für diese Trasse eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, so der Antrag. 

    Die Darstellung zeigt einen möglichen Streckenverlauf für eine Seilbahn am Frankfurter Ring im Norden Münchens.
    Die Darstellung zeigt einen möglichen Streckenverlauf für eine Seilbahn am Frankfurter Ring im Norden Münchens. Foto: bauchplan

    Seilbahn für den ÖPNV ist auch in anderen Städten ein Thema

    Der Einsatz von Seilbahnen im ÖPNV wird zurzeit auch in anderen Städten diskutiert, so in München, wo die Stadt eine Machbarkeitsstudie über eine Trasse in Auftrag gegeben hat. "Das Konzept sieht vor, auf etwa 4,5 Kilometern Länge über dem Frankfurter Ring – einer der verkehrsreichsten Straßen Münchens – eine schnelle und umsteigefreie Direktverbindung zwischen dem Osten und dem Westen der Landeshauptstadt zu errichten. Diese Seilbahn wäre europaweit die erste, die nicht touristischen Zwecken dienen würde, sondern in das öffentliche Nahverkehrssystem integriert werden könnte", heißt es auf dem Internetportal der Stadt München.  Auch in Köln wird über das Thema diskutiert: Dort hat die Stadtratsgruppe "GUT Köln" unter dem Titel "Rheinpendel" den Bau eines Seilbahnsystems angeregt. 

    Im August 2018 hatte die damalige bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner die Unterstützung des Freistaats für Seilbahn-Projekte signalisiert: "Seilbahnen können innerhalb eines öffentlichen Nahverkehrs-Netzes eine sinnvolle Ergänzung sein. Ich kann mir grundsätzlich vorstellen, dass Seilbahnen auch außerhalb von Großstädten den ÖPNV bereichern können. Sie können Lücken im Liniennetz schließen, geografische Hindernisse überwinden oder neue Tangentialverbindungen schaffen", so Aigner damals. 

    Mit einer möglichen Seilbahn in Würzburg wird sich nicht nur der Stadtrat befassen. Am kommenden Freitag, 5. April, findet im Rahmen der Würzburger Web Week unter dem Titel "Auto 4.0: Mobil & Digital" ein Werkstattgespräch in der Vogel-Gründerwerkstatt (Max-Planck-Straße 7/9) statt, bei dem die Würzburg-Seilbahn ein Thema sein wird. Beginn ist 17 Uhr.

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