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Würzburg: Rücksichtloser Fahrrad-Verkehr in Würzburg? Radfahr-Verbot in der Fußgängerzone im Stadtrat gescheitert

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Rücksichtloser Fahrrad-Verkehr in Würzburg? Radfahr-Verbot in der Fußgängerzone im Stadtrat gescheitert

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    Erika Rose (links) und Renate Fiedler von der Würzburger Seniorenvertretung forderten bereits im Sommer 2021 (Foto) ein absolutes Radfahrverbot in den Fußgängerzonen. 
    Erika Rose (links) und Renate Fiedler von der Würzburger Seniorenvertretung forderten bereits im Sommer 2021 (Foto) ein absolutes Radfahrverbot in den Fußgängerzonen.  Foto: Daniel Peter (Archivbild)

    Radfahren bleibt in der kompletten Fußgängerzone weiterhin erlaubt: Das hat der Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität des Stadtrats (Puma) in seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit von 8 zu 7 Stimmen beschlossen. Seniorenvertreterinnen und -vertreter hatten im vergangenen Jahr über rücksichtslose Rad-Rowdies geklagt und gefordert, die derzeit geltende Regelung "Radfahrer frei" in der Fußgängerzone abzuschaffen.

    Nachdem sich einzelne Mitglieder der Seniorenvertretung für ein striktes Radfahrverbot in allen Fußgängerbereichen der Innenstadt ausgesprochen hatten, stand das Thema Mitte November 2021 im Seniorenbeirat auf der Tagesordnung. Die Diskussion endete mit dem Antrag des Beirats an die Stadt, das Radfahren zumindest auf dem Oberen und Unteren Markt probeweise für ein Jahr komplett zu verbieten. Derzeit darf dort lediglich während Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt nicht geradelt werden.

    Geschwindigkeit von maximal 10 km/h ist erlaubt

    Radfahrerinnen und Radfahrer sind nicht die einzigen Verkehrsteilnehmenden, für die es eine Ausnahmeregelung für die Fußgängerzone gibt: Anwohner, Hotelgäste und Lieferantinnen des Einzelhandels dürfen dort mit ihren Kraftfahrzeugen fahren – wie Radfahrende und Taxis allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit, also mit maximal 10 km/h. Lediglich Straßenbahnen dürfen in der Fußgängerzone bis zu 25 km/h schnell fahren. Komplett verboten ist die Benutzung von E-Rollern.

    In der Wahrnehmung der Seniorenvertretung verhalten sich zahlreiche Fahrrad- und Pedelec-Nutzerinnen und -nutzer rücksichtslos, fahren zu schnell und gefährden dadurch Fußgängerinnen und Fußgänger. Die Zahl der gemeldeten Unfälle bestätigt diesen Eindruck nicht: Von Januar 2019 bis März 2022 gab es in der Fußgängerzone insgesamt sieben Unfälle zwischen Radfahrenden und Fußgängern, davon keinen einzigen am Oberen und Unteren Markt.

    "Es ist ein Thema, das sich nur schwer lösen lässt. Ein Verbot wäre für uns zu hart, denn das würde weite Teile der Innenstadt voneinander abschneiden", betonte Stadtbaurat Benjamin Schneider im Puma. Das sieht auch der Radverkehrsbeirat so, der sich mehrmals klar gegen ein Radfahrverbot in der Fußgängerzone ausgesprochen und gleichzeitig strengere Kontrollen und eine Ahndung rücksichtsloser Radlerinnen und Radler durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst angeregt hat.

    Vorschlag für zusätzliche Schilder fand keine Mehrheit

    Einen weiteren Vorschlag des Gremiums hatte die Fraktion der Grünen aufgegriffen: Durch "deutlich sichtbare Beschilderung" sollten Radfahrende auf ihre Pflicht zur besonderen Rücksichtnahme am Oberen und Unteren Markt hingewiesen werden. Auch diesen Antrag hält die Stadtverwaltung für wenig zielführend, nachdem an mehreren Stellen der Fußgängerzone bereits nichtamtliche Schilder mit einem gelben Smiley und den Worten "Gemeinsam achtsam" angebracht sind. Gerade am Oberen und Unteren Markt kommen Radfahrende aus vielen unterschiedlichen Richtungen, nach Auffassung von Tiefbauamts-Leiterin Annette Messerer wären daher zu viele zusätzliche Schilder nötig.

    Am Ende folgte der Puma dem Vorschlag der Verwaltung – sowohl der Antrag der Grünen als auch der des Seniorenbeirats sind damit mit knapper Mehrheit abgelehnt.

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