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Würzburg: Stadtrat Würzburg: Keine mobilen Luftreinigungsgeräte für Schulen

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Stadtrat Würzburg: Keine mobilen Luftreinigungsgeräte für Schulen

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    Der Freistaat und die Bundesregierung fördern mobile Luftfilter in Schulen. Der Würzburger Stadtrat entschied sich gegen einen flächendeckenden Einsatz.   
    Der Freistaat und die Bundesregierung fördern mobile Luftfilter in Schulen. Der Würzburger Stadtrat entschied sich gegen einen flächendeckenden Einsatz.    Foto: dpa/Julian Stratenschulte

    Würzburg verzichtet auf die flächendeckende Anschaffung von mobilen Anlagen zur Luftreinigung in seinen Schulen und Kindergärten: Das hat der Stadtrat am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit beschlossen. FDP und SPD hatten gefordert, sämtliche Klassenräume im Stadtgebiet so schnell wie möglich mit Luftfilteranlagen auszustatten, um im neuen Schuljahr auf eine vierte Corona-Welle vorbereitet zu sein. Stattdessen werden bei allen Neubauten oder Generalsanierungen fest installierte Anlagen mit Frischluftzufuhr von außen in die Klassenzimmer eingebaut.

    Auch die CSU-Fraktion hatte beantragt, die Anschaffung von mobilen Luftfiltern zu prüfen. Die Antwort von Schulbürgermeisterin Judith Jörg (CSU) fiel eindeutig aus: "Wir halten mobile Anlagen nicht für nachhaltig", sagte sie und ließ durchblicken, dass CSU-Chef Markus Söder wegen ihrer Reaktion auf seinen Vorstoß Ende Juni im Moment nicht besonders gut auf sie zu sprechen sein dürfte.

    Unerfüllbare Erwartungen bei der Luftreinigung?

    Damals hatte der Ministerpräsident die bayerischen Kommunen als Sachaufwandsträger der Schulen öffentlichkeitswirksam aufgefordert, Luftfilter für alle Schulen des Freistaats anzuschaffen. Die Staatsregierung will dafür 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen und 50 Prozent der Anschaffungskosten für mobile Luftfilteranlagen fördern.

    Daraufhin wurde mit München "sehr deutlich kommuniziert", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). Das gilt nicht nur für die Stadt, sondern auch für die kommunalen Spitzenverbände, die in einem Schreiben an Söder von "unerfüllbaren Erwartungen bei der Luftreinigung" sprechen.

    Unerfüllbar vor allem deshalb, weil sich die Anschaffung bis zum Beginn des Schuljahrs kaum in die Tat umsetzen lässt. Jedes einzelne Klassenzimmer müsse von Fachpersonal besichtigt und die Geräte europaweit ausgeschrieben werden, erläuterte Judith Jörg: "Die ersten Geräte haben wir vielleicht im kommenden Frühjahr." Sie schätzt die Anschaffungskosten auf bis zu 7,6 Millionen Euro und geht von jährlichen Betriebskosten für Strom, Wartung und Filter von rund 1,5 Millionen Euro aus.

    Schulleiter lehnten mehrheitlich Luftfilter ab

    Gleichzeitig gebe es noch keine Aussage aus den zuständigen Ministerien darüber, ob durch den Einsatz mobiler Luftfilter andere Maßnahmen wie Wechselunterricht, regelmäßige Frischluftzufuhr und Maskenpflicht in den Klassenzimmern auch bei höheren Inzidenzen entfallen würden.

    Außerdem würden die Geräte laut Jörg von so gut wie allen Schulleitungen der Stadt abgelehnt, wie auch von den Trägern der Kindertagesstätten. Jörg und Sozialreferentin Hülya Düber betonten erneut, dass die Kitas und Schulen der Stadt trotz Zunahme der Delta-Variante bisher keine Corona-Infektionsherde sind.

    FDP-Stadtrat Andrew Ullmann hingegen warb für die Anschaffung von mobilen Luftfiltern: "Letztes Jahr haben wir uns nicht auf eine zweite Welle vorbereitet und sind voll hineingeschlittert. Ich möchte nicht erleben, dass die Kinder ein weiteres Jahr in den Wechselunterricht müssen." Auch Josef Hofmann (FW-FWG) will künftig trotz Corona einen normalen Schulalltag ermöglichen: "Das müsste bei unserem Haushaltsvolumen finanziell lösbar sein."

    Der Stadtrat schloss sich am Ende mit Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung an: Die Stadt setzt auf den schrittweisen Einbau fest installierter Anlagen, für die es Fördermittel vom Bund gibt. Mobile Luftfilter werden auch künftig allenfalls für schlecht belüftete Unterrichtsräume angeschafft.

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