Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) zieht beim drängenden Thema Lehrkräftemangel geschickt die Zügel an: Statt „von oben“ für alle Lehrerinnen und Lehrer Zwangsmaßnahmen zu verordnen, sollen zunächst vor allem in den Gymnasien die Schulleitungen vor Ort gezielt Teilzeit-Lehrkräfte dafür gewinnen, im Sinne der Unterrichtsversorgung freiwillig mehr zu arbeiten.
Erst wenn dies nicht gelingt, greifen die Druckmittel aus München: in Stufe eins die Reduzierung der Wahlmöglichkeiten im Unterricht und größere Klassen. In Stufe zwei dienstrechtliche Einschränkungen etwa bei der Gewährung von Teilzeit und Vorruhestand.
Mehr oder weniger sanfter Druck auf die Schulen und Lehrkräfte vor Ort
Das Konzept übt damit mehr oder weniger sanften Druck aus, berücksichtigt aber den im Dialog mit der Ministerin von den Schulverbänden zuletzt immer wieder geäußerten Wunsch nach mehr Eigenverantwortung der Schulfamilien vor Ort.

Ob der Vorrang der Freiwilligkeit funktioniert, muss sich noch zeigen. Falls nicht, dürfte angesichts der absurd hohen Teilzeit-Quote bei Lehrkräften von über fünfzig Prozent die Wahrscheinlichkeit für verpflichtende Einschränkungen etwa beim Rechtsanspruch für alle Beamten auf Familien-Teilzeit bis zum 18. Geburtstag der Kinder steigen.
Der massive Lehrkräftemangel ist nicht wegzudiskutieren. Nachwuchs-Lehrpersonal ist nicht in ausreichender Anzahl verfügbar. Im Sinne der Bildung unserer Kinder müssen Ministerium, Schulverbände und Lehrkräfte nun gemeinsam die Lücken schließen.
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