Für die einen ist es der Alleskönner, das wichtige Gerät zum Kochen – oder zumindest ein Schmuckstück in der Küche. Die anderen winken entnervt ab: Mehr als 1000 Euro für eine Maschine, die kochen und mixen kann – und das, wo man doch Töpfe und Pfannen hat? Bleibt noch die Frage: Was kann der Thermomix, was andere Konkurrenzmodelle nicht können? Die Stiftung Warentest hat es untersucht – und fünf Küchenmaschinen mit Kochfunktion gegen ihn antreten lassen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengestellt.
Preis
Für den Hersteller Vorwerk ist der Thermomix ein „Multitalent“, das zwölf Funktionen vereint: kochen, kneten, dampfgaren, emulgieren, kontrolliertes erhitzen, mahlen, mixen, rühren, schlagen, mischen, wiegen und zerkleinern. Zu einem stolzen Preis: 1110 Euro kostet das Gerät, das es nur im Direktvertrieb gibt. Gegen den Marktführer treten im Test an: Der Cooking Chef von Kenwood (1120 Euro), der Kitchen-Aid Artisan Cook Processor (970 Euro), der Krups Prep & Cook für 775 Euro, der Thermomaster von Jupiter für 520 Euro und der Gourmet Maxx (250 Euro).
Gemüse schneiden
Karotten raspeln, Gurken hobeln – das klappt beim Thermomix nicht. „Sein Messer zerhackt alles in kleine Stücke – so wie die meisten seiner Konkurrenten“, kritisieren die Tester. Besser macht das der Cooking Chef von Kenwood, der mit unterschiedlichen Einsätzen geliefert wird. Der Nachteil: Für das umfangreiche Zubehör braucht man auch Platz.
Hefeteig
Beim Hefeteig kommt es auf die richtige Rührtechnik an, damit der Teig gleichmäßig aufgeht. Hier sammelt der Thermomix Punkte. Auch die Konkurrenz schneidet gut ab, bis auf das Modell von Jupiter. Überzeugen kann das die Verbraucherschützer trotzdem nicht. Sie argumentieren, der Hefeteig gelinge ähnlich gut per Hand – mit ein bisschen Übung, lauwarmer Milch, einer abgedeckten Schüssel und wenn der Teig an einem warmen Ort gehen kann.
Suppe
Pürierte Suppen bekommen alle Geräte gut hin, die Kitchen-Aid sogar sehr gut. Für die Warentester sind das „keine Wunderleistungen“: „Mit Kochtopf und Pürierstab gelingt das ähnlich gut und schnell.“ Anders sieht es bei der Minestrone aus – einem italienischen Eintopf mit buntem Gemüse und Nudeln. Der Thermomix hackte zwar Zwiebeln und Gemüse in Sekunden klein, das Resultat war den Testern aber zu sämig. Besser sahen die Suppen von Kenwood, Krups und Kitchen-Aid ab. Mit einem Unterschied: Das Gemüse dafür muss per Hand geschnippelt werden.
Handhabung
Beim aktuellen Thermomix-Modell wird das Kochbuch überflüssig. Der TM5 enthält einen Chip, auf dem Rezepte gespeichert sind. Das Display zeigt dem Nutzer an, welche Zutaten als nächstes an der Reihe sind – und wie viel davon. Diese intuitive Handhabung loben die Warentester. Und: Nur der Thermomix und das Kenwood-Modell haben eine integrierte Waage. Der Cooking Chef punktet bei der Stiftung Warentest vor allem mit meisten Funktionen und viel Zubehör. Dafür braucht der Nutzer aber auch Zeit zum Einstellen und um das Gerät kennenzulernen.
Lautstärke
Was die Warentester vor allem am Thermomix stört, ist die Lautstärke. Mahlt das Gerät Dinkelkörner, liegt der Schallpegel bei 88 Dezibel. Das entspricht etwa dem Lärm in einer lauten Fabrikhalle. Rührt der Thermomix Gulasch, entspricht das der Geräuschkulisse einer laufenden Dunstabzugshaube – und das anderthalb Stunden lang. Deutlich leiser kocht das Gerät von Krups, aber auch der Cooking Chef von Kenwood.
Reinigen
Der Thermomix spart, wie die anderen Geräte, Töpfe und Pfannen, die man sonst zum Kochen braucht. Ein Vorteil: Die Schüssel lässt sich schnell und einfach reinigen, betont die Stiftung Warentest. Das Messer kann ausgebaut werden, alle Teile dürfen auch in die Spülmaschine. Bei der Kitchen-Aid und dem Thermomaster von Jupiter muss das Gerät per Hand gespült werden. Beim Krups-Modell ist es dagegen notwendig, den Deckel jedes Mal aufwendig auseinanderzubauen.
Fazit
Der Thermomix landet nur auf Platz 4 (Note 2,9). Testsieger sind die Modelle von Kenwood, Kitchen-Aid und Krups, die alle die Note 2,4 erhalten. Das Urteil der Stiftung Warentester ist ernüchternd: Küchenmaschinen sind keine Alleskönner. Sämtliche Gerichte ließen sich auch mit herkömmlichen Küchenutensilien zubereiten. Allerdings lassen die Geräte nichts anbrennen oder überkochen. Und sie sparen ein wenig Zeit. Aber: Für diese Leistung sind die Küchenmaschinen nach den Worten der Warentest ziemlich teuer. Ihr Fazit: „Kein Gerät hat sich als Wundermaschine hervorgetan.“