Der Grinch hasst Weihnachten wie die Pest. Peter Mack liebt Weihnachten wie die Rhöner den Kreuzberg. Gegensätze, wie sie eigentlich nicht größer sein könnten. Trotzdem ist einer seiner Lieblings-Weihnachtsfilme "Der Grinch". Auch vor seinem Haus steht das Fantasiewesen mit giftgrünem Fell. Während der zottelige Protagonist im Film plant, Weihnachten für alle anderen zu ruinieren, versucht Mack mit seinem Weihnachtshaus das genaue Gegenteil zu erreichen.
Über 15.000 LEDs lassen das Mellrichstädter Weihnachtshaus leuchten
An einem kalten und verregneten Dienstagabend steht er auf der Terrasse seines Hauses in Mellrichstadt. Er öffnet eine kleine unscheinbare alte Holzkiste, die auf dem Boden neben der Tür steht. "Wenn ich die zwei Knöpfe drücke, zack, gehen alle Lichter an", erklärt der 64-jährige Rentner. Gesagt, getan. Nach und nach breitet sich ein Lichtermeer rund um und auf seinem Haus aus. Es leuchtet grün, blau, rot, weiß, gelb. Unzählige LEDs erleuchten die Nacht in der Thüringer Straße 22. Strahlende Eiszapfen, Schneemänner, Weihnachtsbäume und Rentiere hüllen den zuvor noch dunklen Vorgarten in ein adventliches Kleid.

Seit über 20 Jahren verwandelt Peter Mack sein Einfamilienhaus pünktlich zur Adventszeit in ein Weihnachtshaus. Zuerst eine Lichterkette, dann eine Figur – was als kleiner Zeitvertreib angefangen hat, hat über die Jahre hinweg große Ausmaße angenommen. Mittlerweile leuchten über 15.000 LEDs in jeglichen Farben und Formen rund um das Anwesen der Familie.
Amerikanische Weihnachtshäuser als großes Vorbild
Unter all den unzähligen Dekorationsartikeln, die den Vorgarten, das Dach und die einzelnen Zimmer des Hauses zieren, liegt ihm eines besonders am Herzen: das selbstgebaute Lebkuchenhaus. "Das habe ich selbst entworfen und in sehr vielen Stunden hergerichtet. Es ist ein echtes Unikat." So gut, dass es einem echten Lebkuchenhaus zum Verwechseln ähnlich sieht. "Einige Kinder haben versucht, die Holzwände des Hauses zu essen, weil sie gedacht haben, die sind wirklich aus Lebkuchen", erzählt der gelernte Autoschlosser stolz.

Zufrieden mit dem aktuellen Stand seines Weihnachthauses ist Peter Mack nie. Immer wieder fallen ihm Ecken und Stellen auf, an denen er noch weiter tüfteln kann. Dabei hat er stets die aufwendig geschmückten Häuser aus Amerika vor Augen, die er von Videos aus dem Internet kennt. "Die drücken einfach nur auf einen Knopf. Und zack, leuchten alle Lichter passend zur Musik. Und es läuft eine komplette Show voll automatisch ab – das ist mein großer Traum."
"Mein Opa hat seinen Weihnachtsbaum mit gefühlten 20 Kilogramm Lametta geschmückt und jede Menge bunte Kugeln aufgehängt."
Peter Mack über Weihnachten in seiner Kindheit
Ein Traum, der in der frühen Kindheit Macks seinen Ursprung hat. Wenn er sich an diese Zeit zurückerinnert, fällt ihm zuallererst ein besonderes Erlebnis ein: "Mein Opa hat seinen Weihnachtsbaum mit gefühlten 20 Kilogramm Lametta geschmückt und jede Menge bunte Kugeln aufgehängt. Dabei zuzuschauen war immer ein echtes Highlight für mich", schwelgt er in Erinnerungen. Bereits damals habe Weihnachten für ihn und seine Familie einen sehr hohen Stellenwert gehabt.


Doch was macht Weihnachten eigentlich für den 64-Jährigen so besonders? "Das Zusammenkommen", antwortet Mack ohne zu zögern. "Das Zusammenkommen der ganzen Familie, der Freunde und der Verwandten. Das hat einfach etwas Romantisches und Besinnliches."
Alljährliche Spendenaktion: 35.000 Euro für den guten Zweck
Mit seinem Weihnachtshaus will Mack nicht nur Besucherinnen und Besucher vor Ort glücklich machen. Auch anderen möchte er eine Freude bereiten. Deshalb sammelt er jedes Jahr für den wohltätigen Zweck Spenden. Bislang rund 35.000 Euro. So viel konnte der 64-Jährige dank der Unterstützung seiner Gäste und Sponsoren über die Jahre hinweg an andere spenden. "Wir wollen einfach etwas Gutes tun. Leute unterstützen, die Geld brauchen, wie zum Beispiel den Tierschutzhof in Großeibstadt".

Auch in diesem Jahr sammelt die Familie wieder für den Hof. Tiere liegen Peter Mack besonders am Herzen. Seine Liebe für Vierbeiner trägt der Rentner auch mittlerweile unter seiner Haut. Auf seinem Unterarm eine Hundepfote, darunter in geschwungenen Linien der Schriftzug "Emely"– der Name seines verstorbenen Hundes. Mit einem weiteren Teil der Spenden will der 64-Jährige eine Familie aus Kleineibstadt unterstützen, die beide Elternteile verloren hat.
Bekannte Gäste aus nah und fern: Peter Ludolf, Fredi Breunig, Thomas Habermann und viele mehr
Peter Mack zeigt auf eines der zahlreichen selbstgebastelten, roten Plakate, die im Carport neben dem Haus hängen. "Hier sind alle bekannten und wichtigen Personen abgebildet, die schon einmal das Weihnachtshaus besucht haben", sagt er. Besonders stolz ist er auf Gäste wie beispielsweise Schrotthändler und TV-Star Peter Ludolf, Fußballprofi Johannes Geis, Kabarettist Fredi Breunig und Landrat Thomas Habermann. Letztere haben sich auch für dieses Jahr wieder angekündigt. "Man weiß vorher nie, wer kommt. Es ist jedes Mal eine Überraschung", so Mack.

Ab diesem Freitag, 29. November, bis Montag, 30. Dezember, hat das Weihnachthaus täglich ab 17 Uhr geöffnet. Gäste können Fotos machen, sich an einer Feuertonne wärmen und Glühwein trinken. Außer am 24. Dezember, da wollen die Macks selbst im kleinen Kreis Weihnachten feiern. Leuchten wird das Haus an diesem Abend aber trotzdem.